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Frau hebt eine Steinplatte
Arbeitssuchende fördern

Ein beruflicher Neuanfang mit Fingerspitzengefühl

Michaela Siller macht im Rahmen des FiT-Programms des AMS ihre Ausbildung zur Steinmetztechnikerin bei der Vlbg. Fliesenpool GmbH in Götzis.

Die Steinmetztechnik ist nach wie vor ein männerdominiertes Berufsfeld. Das zeigt sich auch in der Lehrlingsstatistik. 2025 absolvierten österreichweit fünf Frauen und 36 Männer eine entsprechende Lehrausbildung. Der Frauenanteil lag damit bei rund zwölf Prozent. Dass sich daran etwas ändern kann, zeigt ein Blick zur Vlbg. Fliesenpool GmbH in Götzis. Das Unternehmen bildet regelmäßig Frauen in diesem traditionsreichen Handwerk aus. „Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen mit weiblichen Lehrlingen gemacht“, erzählt Sinan Yilmaz, Ausbildungsleiter bei Fliesenpool, „das gilt nicht nur für die Steinmetztechnik, sondern auch für unsere Ausbildungsbereiche Platten- und Fliesenlegen sowie Ofenbau und Verlegetechnik.“

Für Steve Prenn, Ausbilder und Produktionsleiter bei Fliesenpool, sind in der Steinmetztechnik Ausdauer, körperliche Fitness, technisches Verständnis und Fingerspitzengefühl entscheidend. Frauen sieht er dabei keineswegs im Nachteil. „Meine Erfahrung zeigt, dass Frauen meist ein höheres technisches Verständnis haben als Männer, besser für die Feinarbeit geeignet sind und Kreativität mitbringen.“ Auch die technische Entwicklung hat das Berufsbild verändert. Moderne Kransysteme erleichtern den Transport schwerer Materialien erheblich. „Früher spielte der körperliche Aspekt eine viel größere Rolle. Das hat mitunter Frauen davon abgehalten, den Beruf zu ergreifen“, erklärt Prenn.

Ein Wunsch, der lange warten musste

Mit Michaela Siller macht aktuell eine Frau ihre Ausbildung zur Steinmetztechnikerin bei Fliesenpool. Zuvor war sie mehr als zehn Jahre im Handel tätig, zuletzt einige Jahre im Einkauf. Doch mit der Zeit wuchs der Wunsch nach Veränderung. Sie wollte sich beruflich neu orientieren und etwas ganz anderes machen. Das Interesse an einem handwerklichen Beruf hatte sie bereits seit ihrer Jugend begleitet. Damals fehlte ihr allerdings der Mut, diesen Weg einzuschlagen. „Ich konnte mir das gar nicht vorstellen. Ich hatte auch nicht das Selbstvertrauen, mich in einem männerdominierten Beruf zu behaupten“, erzählt sie. Fehlende weibliche Vorbilder und gängige Vorurteile hatten sie lange davon abgehalten, ihren Interessen nachzugehen.

Ausbilder Steve Penn (links) mit Lehrling Michaela Siller und Ausbildungsleiter Sinan Yilmaz
in der modernen Produktionshalle in Götzis.

Doch mit dem Infotag zum AMS-Programm „Frauen in Handwerk und Technik (FiT)“ kam eine Ausbildung in einem handwerklich-technischen Beruf wieder in greifbare Nähe. „Ich wurde eingeladen und konnte mich vor Ort über die Möglichkeiten informieren, einen handwerklich-technischen Beruf zu erlernen“, erinnert sich die 35-Jährige. Siller stieg daraufhin in das FiT-Programm ein und wurde bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb unterstützt. Ihre Entscheidung für die Steinmetztechnik fiel dabei nicht zufällig: „Ich wusste schon ziemlich genau, was ich machen möchte.“ Über ein Inserat wurde sie schließlich auf Fliesenpool aufmerksam.

Ein Schnuppertag genügte, um sie in ihrer Entscheidung zu bestärken. „Da war schnell klar, das möchte ich machen.“ Auch für das Unternehmen passte es auf Anhieb. Ihr Alter war dabei kein Hindernis, im Gegenteil. „Der Vorteil älterer Lehrlinge ist, dass sie schon reifer sind, mehr Lebenserfahrung mitbringen und genauer wissen, was sie wollen“, erzählt Prenn.

Schritt für Schritt ins Handwerk

Seit zwei Monaten ist Michaela Siller nun bei Fliesenpool beschäftigt und sammelt ihre ersten Erfahrungen in der Steinmetztechnik. „Es ist genauso, wie ich mir es vorgestellt habe“, erläutert sie. In den ersten Wochen standen vor allem die Grundlagen des Berufs auf dem Programm: das Schleifen von Kanten, das Kennenlernen unterschiedlicher Materialien, das Bedienen von Maschinen und das Verkleben von Natursteinen.

Auch wenn sie noch am Anfang ihrer Ausbildung steht, hat Siller bereits konkrete Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. „Mein Ziel ist es, den Lehrabschluss zu machen und mich anschließend weiterzubilden.“ Die Steinmetztechnik bietet ihr dafür zahlreiche Möglichkeiten. Neben der klassischen Steinbearbeitung kann sie sich auch eine Spezialisierung in Richtung Bildhauerei oder Restaurierung vorstellen. „Ich bin offen für die Zukunft.“

Weitere Informationen zum Programm "FiT - Frauen in Handwerk und Technik" des AMS

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Personalvermittlung mit dem AMS

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Wir bringen Arbeitsuchende und Unternehmen zusammen. Durch persönliche Vermittlung, die Online-Jobplattform „alle jobs“ sowie in Zusammenarbeit mit Partnerinstituten. zusammenbringen.ams.at

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