
Arbeit nach Lebensphasen gestalten
Warum lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung für Betriebe immer wichtiger wird – und wie sie in der Praxis umgesetzt werden kann.
Der demographische Wandel verändert die Arbeitswelt spürbar. Belegschaften werden älter, gleichzeitig arbeiten heute mehrere Generationen gemeinsam in Unternehmen. Für Betriebe wird es daher immer wichtiger, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Mitarbeitende über ihr gesamtes Berufsleben hinweg gesund, motiviert und leistungsfähig bleiben.
Lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung
„Altersgerechtes Arbeiten bezieht sich auf die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Prozessen und Arbeitsbedingungen, die den Bedürfnissen und Fähigkeiten von Mitarbeitenden unterschiedlichen Alters gerecht werden“, erklärt Unternehmensberaterin Bianca Goldmann, die im Auftrag des AMS die Impulsberatung für Betriebe durchführt.
„Es ist weit mehr als ein Thema für ältere Beschäftigte. Es geht um eine lebensphasenorientierte Gestaltung von Arbeit für alle Mitarbeitenden.“ Bei der lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung werden Arbeitszeiten und Aufgaben so organisiert, dass sie unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen, etwa durch flexible Arbeitszeitmodelle wie Teilzeit- und Homeoffice-Optionen.
Wissenstransfer zwischen den Generationen
In der Impulsberatung für Betriebe werden im Zusammenhang mit altersgerechtem Arbeiten Themen wie altersspezifische Rekrutierung, alternsgerechte Arbeitsplatzorganisation und -gestaltung, Nachfolgeplanung, Lehrlingsausbildung sowie Wissenstransfer behandelt. „In Unternehmen wird der Wissenstransfer zwischen den Generationen teilweise vernachlässigt, was zu einem Verlust wertvoller Kompetenzen führt“, erklärt Goldmann. „Mentoring-Modelle oder Tandems können den Austausch zwischen erfahrenen und jüngeren Mitarbeitenden gezielt fördern.“

Ein weiterer Aspekt ist Weiterbildung für alle Altersgruppen. Sie ermöglicht es, Kompetenzen der Mitarbeitenden auf dem neuesten Stand zu halten und ihre Beschäftigungsfähigkeit langfristig zu sichern. „Zeit zum Lernen und der Austausch im Team haben sich in vielen Unternehmen als besonders wirksam erwiesen“, so Goldmann. „Neben der Aneignung von Fachwissen fördert Weiterbildung das Selbstbewusstsein und die Motivation der Mitarbeitenden, was sich positiv auf die gesamte Unternehmenskultur auswirkt.“
Beispiele aus der Praxis der Impulsberatung
Zwei Beispiele aus der Praxis der Impulsberatung zeigen, dass die altersgerechte Arbeitsgestaltung Mitarbeitende aller Altersgruppen betrifft. In einem kleinen Produktionsunternehmen stand die Pensionierung des Vorarbeiters an. Die Belegschaft bestand überwiegend aus angelernten Mitarbeitenden mit einfachen Deutschkenntnissen. „Es war daher sehr wichtig, niedrigschwellige Maßnahmen zur Nachfolgeplanung zu erarbeiten“, erinnert sich Goldmann. „Ausgehend von Einzelinterviews wurde ein Einarbeitungsplan erstellt, Feedbackgespräche geführt und die Verschriftlichung von Arbeitsabläufen mit Fotos gestartet.“
In einem anderen Betrieb steht aktuell die Lehrlingsausbildung im Mittelpunkt. Ziel des Gastronomiebetriebes ist es, die Lehrlingsarbeit weiter zu professionalisieren. „Um die Perspektive der jungen Menschen aktiv einzubeziehen, wurde zunächst ein Workshop mit den Lehrlingen durchgeführt. Dadurch entstand ein besseres Verständnis ihre Erfahrungen, Erwartungen und Bedürfnisse. Auf dieser Grundlage werden nun zentrale Themen gezielt weiterentwickelt: Positionierung von Lehrlingsbeauftragten und Lehrlingsausbilder_innen, Strukturierung der Lehrlingsarbeit und die Erarbeitung von Informationen für neue Lehrlinge, um ihnen den Einstieg zu erleichtern.“
Weitere Informationen zur Impulsberatung für Betriebe des AMS

Personalvermittlung mit dem AMS
Wir bringen Arbeitsuchende und Unternehmen zusammen. Durch persönliche Vermittlung, die Online-Jobplattform „alle jobs“ sowie in Zusammenarbeit mit Partnerinstituten. zusammenbringen.ams.at

Personalvermittlung mit dem AMS
Wir bringen Arbeitsuchende und Unternehmen zusammen. Durch persönliche Vermittlung, die Online-Jobplattform „alle jobs“ sowie in Zusammenarbeit mit Partnerinstituten. zusammenbringen.ams.at


